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"Jung in einem jungen Staat."
Die frühe Bundesrepublik und ihre Jugend 1949-1965. Eine historisch-kontextuelle Sekundäranalyse.
Philip Jost Janssen
Im Dissertationsprojekt werden Jugendumfragen der frühen BRD einer erneuten Inspektion
unterzogen (historisch-kontextuelle Sekundäranalyse).
Die Konstitutionsleistung des Historikers geht dabei über die Rekapitulation sozialwissenschaftlicher
Quellen deutlich hinaus und beinhaltet neben der Re-Analyse des Datenmaterials eine sorgfältige
Quellenkritik, einschließlich der Fragen nach erhebungstechnischer Praxis der Meinungsforschungsinstitute
sowie nach Eigenart, Entstehungsbedingungen und Aussagewert der Umfrageergebnisse.
Sie beinhaltet andererseits die historische Kontextualisierung< und das Einbeziehen weiterer
Quellentypen, hier v.a. Jugendforschung flankierenden Diskurse, die sich durch ihre
Interdisziplinarität und ihre enorme öffentliche Wirkung auszeichnen. Diese Deutungen, mithin das von
wissenschaftlicher Seite zeitnah gemalte Bild von der westdeutschen Jugend, gilt es mittels einer eigenen
Analyse der Umfrageergebnisse, verbunden mit der Einordnung in die allgemeinen historischen Rahmenbedingungen
zu überprüfen.
Die Arbeit soll - neben wissenschaftsgeschichtlichen Teilen - ein Beitrag zur
Geschichtsschreibung der Jugend sein; gleichzeitig aber auch eine Studie über Selbst-, Ideal- und
Alptraumbilder der Gesellschaft der jungen Bundesrepublik insgesamt, die in ihren Diskursen über die Jugend
(gerade in Verbindung mit Freizeit) eine aussagekräftige Projektionsfläche ihrer selbst gefunden hatte.
Denn das Reden über Jugend ist zu allen Zeiten, besonders aber in der frühen
("jugendlichen") Bundesrepublik nicht nur "Sorge um Integration" sondern auch ein
Stellvertretergefecht, dessen Analyse lohnt, indem es die Suche nach dem Selbstverständnis und Wertehorizont
der Gesellschaft freilegt.
[Projekt abgeschlossen 2010, vgl.
http://hsr-trans.de/] |
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